Ausflug nach Baden-Baden zur Ausstellung „Die Brücke“ 

Einladend schien die Sonne, als eine Gruppe von 15 Kunstinteressierten zusammen mit Frau Kalden und zwei Begleiterinnen mit dem Bus zum Frieder Burda Museum startete. Strahlende Weißdornhecken säumten die Autobahnränder, vereinzelt war erstes Grün zu sehen. In Baden-Baden, die Stadt ist eine der wärmsten in Deutschland, blühten bereits Magnolien, es leuchteten Zierpflaumen in Pink neben dem Gelb der Forsythien und Osterglocken.

Zunächst fuhren wir zum Mittagessen zum Wirtshaus „Molkenkur“, vorbei an zahlreichen Villen der Gründerzeit sowie des Jugendstils in der berühmten Kurstadt. Bei einem à-la-carte-Essen stärkte sich die Gruppe für die Museumsführung. Per Bus und auf einem kleinen Spaziergang kamen wir ca. 14.15 Uhr zu dem kubischen Museums-Bau von 2004 an der Lichtentaler Allee unweit des Kurparks. Eine freundliche Museumsführerin verteilte Kopfhörer und Empfangsgeräte und gab eine kurze Einführung vor Beginn des Rundganges. Die Ausstellung erstreckte sich über drei Etagen, die alle auch mit Rollatoren über Schrägrampen zu erreichen waren.

Für die Ausstellung waren neben Bildern aus dem „Brücke-Museum Berlin“ internationale Leihgaben sowie Werke aus Privatbesitz zusammengetragen. Insbesondere wurden Bilder aus den Gründer-Jahren der „Brücke“ ab 1905 bis zum Jahr 1914 gezeigt, also Werke des Expressionismus.  

Die „Brücke“-Künstler Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, geboren in den Jahren 1880 bis 1890, lernten sich bei ihren Studien mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Dresden kennen und gründeten 1905 die „Brücke“. Hinzu kam als 5. Maler Erich Nolde, Jg. 1867. Heute gilt der „Brücke“-Expressionismus neben der „Kunst des Blauen Reiters“ (wesentlich Kandinsky und Marc) als bedeutender Beitrag Deutschlands zur Klassischen Moderne des 20. Jh.  

Der zunächst nahezu identische Malstil aller Künstler veränderte sich individuell nach der Übersiedelung der Gruppe von Dresden nach Berlin im Jahr 1911. Die leuchtenden Farben wurden abgelöst von gedeckteren Mischtönen, insbesondere aber veränderten sich die Bildmotive von den Naturszenen hin zu z.T. kubistisch beeinflussten Bildern mit Industrieansiedlungen oder Straßenszenen in einer technisierten Welt. Die Hektik und Zerrissenheit in einer sich rasch verändernden Zeit wurde in den Motiven deutlich.  

Im Jahr 1913 trennten sich die „Brücke“-Maler und entwickelten ihre individuellen Stile weiter. Gemeinsam war allen Malern, dass ihre Bilder während der Nazi-Herrschaft als „entartete Kunst“ definiert und zum Teil beschlagnahmt wurden. Erst in den Jahren nach 1950 wurde ihre Bedeutung wieder in die Öffentlichkeit gebracht.  

Ca. 17.30 Uhr begann unsere trotz starken Verkehrs bequeme Heimfahrt. Dabei bot sich noch ein besonderes, nicht zu häufig zu sehendes Himmelsschauspiel. Im Osten erschien gegen 18.00 Uhr blass ein riesig anmutender Vollmond, während im Westen die Sonne als glutroter Ball am Horizont versank. Dem Team der sozial-kulturellen Abteilung sei Dank gesagt für die Ermöglichung dieser verschiedenen „Kunst“-Genüsse.

Christa Dorfschäfer  

Darmstadt, den 24. März 2019.
zurück zur Übersicht

Ein Zuhause für Senioren