Heute frisch auf den Tisch: Ein Roman

Buchstabensuppe mal anders: Friedrich Hayen kocht und schreibt in seiner Freizeit Romane

Küchenchef Friedrich Hayen schreibt in seiner Freizeit Bücher

Die Idee kam bei einer Italienreise: In der Toscana fesselte Friedrich Hayen ein Historienroman zeitlich derart, dass sogar seine Frau sich über mangelnde Zuwendung beklagte. So sann der umtriebige Küchenleiter des Wohnpark Kranichstein auf Abhilfe – und schrieb selbst ein Buch. Die Zeit dafür fand er in den 1 ½ Stunden im Zug, die er jeden Tag vom Wohnort im Odenwald nach Darmstadt zurücklegen musste – und zuhause konnte er sich wieder mehr dem Eheleben widmen. Pünktlich zur diesjährigen Buchmesse erscheint nun sein 200seitiges Werk „Evolution“. Die Handlung spielt 350 Jahre vor Christus in Illyrien, dem heutigen Kroatien. Es ist die Geschichte der jungen 17jährigen Rinja, die in einer Nomadensippe lebt und wegen einer Krankheit verstoßen wird. Sie wird jedoch gesund und durch die Aufnahme in eine andere Sippe kommt sie schließlich in Kontakt mit der herrschenden Gesellschaft dieses von Königen und Kaisern geprägten Zeitalters. In spannenden Abenteuern muss sich Rinjas Gemeinschaft gegenüber den adeligen Herrschern behaupten. Dabei ist es Hayen mit gründlicher Recherche gelungen, ein lebendiges und tiefgründiges Abbild von frühzeitlicher Gesellschaft nachzuzeichnen. „Es doch ähnlich den Familien- und Gesellschaftsstrukturen heute“ sagt der 54jährige Autor. Wenn jeder ebenbürdig und füreinander da ist, ist diese Gruppe stark und kann auch schwächere Personen eingliedern, beschreibt er den ethischen Ansatz. Das Buch für jung und alt ist im Frankfurter Literaturverlag erschienen und kostet 16,80 Euro

Schmackhafte Lösungen finden

Mitbestimmung ist auch sein Credo im Wohnpark: Wöchentlich gibt es „Küchenrunden“, bei denen Bewohner ihre Wünsche vortragen und der Menüplan der kommenden Woche besprochen wird. „Rindsbraten mit Rotkraut und Kartoffelpuffer mit Apfelmus“, beantwortet der gelernte Koch und Konditor spontan die Frage nach den Lieblingsspeisen der Wohnpark-Senioren. Doch so einfach sei das nicht. „Man muss viel ausprobieren, bis man zum Beispiel die richtige Kartoffelsorte findet“, sagt Hayen engagiert. „Die älteren Menschen reagieren oft empfindlich auf bissfeste Sorten und mehlige schmecken wiederum nicht“. Auch wie salzig das Essen sein soll, teile die Bewohnerschaft oftmals in verschiedene Lager. Doch Hayen schafft es mit offenem Ohr und Feingefühl stets schmackhafte Lösungen zu finden. „Mein Wunsch ist es natürlich alle zufrieden zu stellen, schließlich sind die Leute hier so nett“.

Kreatives Tun schafft Zufriedenheit

Wie verträgt sich das Bücher schreiben mit dem Kochen? Eigentlich überhaupt nicht, sagt Friedrich Hayen. Doch kreatives Tun umtreibt den quirligen Mann, der auch schon auf einem Marineschiff Dienst tat und ein Restaurant führte, in allem an, was er macht. Neben dem Romane schreiben zählt der gebürtige Norddeutsche Fotografieren und die Beschäftigung mit Psychologie zu seinen Hobbies. Nur Kochen darf er zu Hause nicht, da haben Ehefrau Karin und seine Töchter Yvonne und Daniela das Sagen. Ich schnippele dafür das Gemüse und den Salat, erzählt Hayen lachend. Und was sind die Ziele für die Zukunft? Auf diese Frage antwortet Hayen ganz bescheiden: „Einfach nur ein glückliches und ruhiges Leben führen“. Die Rezeptur dafür verrät er auch: „Man muss mit sich selbst zufrieden sein!“.

Waltraud Heims M.A.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wohnpark Kranichstein

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