Jubiläum Wassergymnastik
„Übungen, die im Trocknen nicht gelingen“
Wassergymnastik von Ina Maria Kalden feiert 10jähriges Jubiläum im Wohnpark
Der gelbe Luftballon platzt mit einem lauten Knall, noch bevor er richtig aufgeblasen ist. Doch Ina Maria Kalden, Ergotherapeutin im Wohnpark, reagiert spontan mit einem Witz: „Ich wollte nur prüfen, ob alle wach sind“ ruft sie verschmitzt in die warm-schwüle Halle und erntet die Lacher aller Badenden an diesem Dienstag Morgen. Insgesamt 10 Bewohner sind pünktlich um 8:45 Uhr im angenehm 31 Grad warmen Wasser des Schwimmbads versammelt und sichtlich gut aufgelegt: „Durch die Tragfähigkeit des Wassers gelingen Übungen, die im Trockenen nicht gelingen“, erklärt Ina Maria Kalden. Oder wer könne schon auf einem Bein stehen und gleichzeitig seine Fußgelenke trainieren? fragt sie. Somit würden die Übenden auch ihr Körpergleichgewicht verbessern – was Stürzen vorbeuge!
Auch Lachen hält fit
Seit 10 Jahren schon bietet sie diese schonende Gymnastikform an und hat einen festen „Kundenstamm“. Dieser schätzt besonders den Humor und die Fürsorglichkeit ihrer Trainerin, wie Sigrid Degreif erzählt. „Sie inspiziert immer noch mal die Umkleidekabine, damit nichts liegen bleibt oder jemand auf einer Wasserlache ausrutscht“. Die ehemalige Lehrerin Degreif ist seit 5 Jahren dabei und findet es gut, dass man „gerade morgens, wenn die Gelenke so steif sind, schnell und unkompliziert ins Schwimmbad kann“. Wohltuende Massage für Hände und Beine halten auch Margarete Bärenfänger fit, die am längsten bei der Gymnastikgruppe ist. „Wir haben viel zu lachen“, erzählt auch sie. „Wenn zum Beispiel jemand von seinem Kunststoffbrett rutscht und ein paar Verrenkungen macht“. Doch jeder sei hier mal dran und Lachen unterstütze schließlich die heilende Wirkung der Wassergymnastik, versichert Margarete Bärenfänger glaubhaft mit einem Augenzwinkern.
Nudeln, Bälle und Waschlappen für die Beweglichkeit
Doch es wird auch gearbeitet im morgendlichen Becken.: Im Repertoire der „Bademeisterin“ befinden sich unter anderem Kunststoff-„Nudeln“, Bälle oder auch mal Waschlappen. Alles was zu anstrengend ist und die Haare nass werden lasse, sei zwar nicht so beliebt, erzählt die Darmstädterin Kalden dazu, aber das müsse auch manchmal sein. Schließlich ist nicht nur Behandeln sondern auch Vorbeugen ihr Motto. „Für jemand, der zum Beispiel eine Operation hinter sich hat, ist die Tragfähigkeit von Wasser ideal. Er kann revitalisierende und zugleich schonende Bewegungen ausführen und somit z. B. Versteifungen in den Gelenken vorbeugen“, betont die 50jährige. Die insgesamt 11 Teilnehmer wissen so viel Engagement zu schätzen. Sie hoffen, wie Sigrid Degreif, dass der Kurs noch lange von Frau Kalden gegeben wird. Diese revanchiert sich und lädt alle an diesem strahlenden 8. September bei 28 Grad Außentemperatur zu einem erfrischenden Eisbecher in die Cafeteria ein.